Das trifft es gerade ziemlich wörtlich.
Wir tragen offenbar eine innere Mond-Uhr in uns. So wie der zirkadiane Rhythmus an 24 Stunden hängt, orientieren sich viele Organismen – inklusive Menschen – auch am 29,5-Tage-Takt des Mondes. Schlaf, Fortpflanzung, Navigation: der Mond war über Evolution hinweg ein Zeitgeber.
Und wir überstrahlen ihn gerade aus Versehen.
Studien zeigen: In Nächten vor dem Vollmond gehen Menschen teils 30–80 Minuten später schlafen und schlafen 20–90 Minuten weniger – besonders sichtbar in wenig lichtverschmutzten Umgebungen, aber sogar noch messbar in Städten. Labordaten deuten rund um Vollmond u. a. auf längere Einschlafzeit, weniger Schlaf, weniger Melatonin und weniger Tiefschlaf-Aktivität hin.
Besonders spannend: Langzeitdaten zu 176 Menstruationszyklen legen nahe, dass sich Zyklen früher häufiger um Voll- oder Neumond „koppelten“ – und dass diese Synchronität nach ~2010 (LEDs, Smartphones) weitgehend verschwand. Signal bleibt: nicht weg, aber abgeschwächt.
Gleichzeitig ist die Nacht für viele von uns kaum noch Nacht: >80% der Weltbevölkerung lebt unter einem lichtverschmutzten Himmel. Das bedeutet: weniger natürliche Kontraste. Weniger „Monatstakt“. Eine flachere Zeitlandschaft für unser Nervensystem.
Vielleicht verlieren wir nicht nur die Sterne.
Sondern auch ein Stück leisen biologischen Takt, der Leben an den Mond gebunden hat.
Was wäre ein guter erster Schritt? Weniger unnötiges Außenlicht. Warmere, gerichtete Beleuchtung. Bildschirmhygiene am Abend. Und: Dunkelheit wieder als Ressource sehen.
ad lunam,
Gernot
https://theconversation.com/humans-have-an-internal-lunar-clock-but-light-pollution-is-disrupting-it-266717
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